Allgemeine Information

Herzlich willkommen bei den Bach Kantaten in Nijmegen

Jeden zweiten Sonntag des Monats (mit Ausnahme von Juli und August) um 19.30 Uhr wird eine Bach Kantate in der Petrus-Kirche im Stadtviertel Nijmegen Hees (Anschrift: Schependomlaan 85, 6543 XV Nijmegen, Niederlande) aufgeführt. Diese Kantaten sind seit 2007 eine Tradition geworden und jedes Mal gibt es viele begeisterte Zuhörerinen und Zuhörer, die sich von der schönen und ergreifenden Musik von Johann Sebastian Bach inspirieren lassen. Am Anfang üben wir mit allen Anwesenden den Schlusschoral vierstimmig, so dass jeder bei der Aufführung mit einbezogen ist.
Jeder ist herzlich willkommen. Sie brauchen keine Glaubens-Überzeugung zu haben oder viel von Musik zu wissen. Genießen Sie einfach die Aufführung. Der Eintritt ist frei. (Kollekte beim Ausgang.) Wegen des begrenzten Platzes ist ebenfalls Reservierung möglich: https://bachcantate.eventbrite.nl . Jede Interessierte ist auch herzlich eingeladen unsere Facebookseite mit einem "gefällt mir" zu markieren: www.facebook.com/bachcantatesnijmegen .

9 September:   BWV 138  "Warum betrübst du dich, mein Herz"

Wir eröffnen unsere neue Saison mit schon wieder so einer intensiven emotionalen Kantate voller Spannung zwischen tiefer Trübsal und liebendem Trost. Der Text stammt von der Bergpredigt Christi. In dem Teil, der für diesen Sonntag von zentraler Bedeutung ist, werden die Gläubigen ermutigt: Seid um die Probleme des alltäglichen Lebens nicht besorgt; wenn du die Gerechtigkeit des himmlischen Vaters suchst, wirst du auch mit all deinen täglichen Bedürfnissen versorgt werden.
Bach schließt sich diesem sofort an, mit einer drückenden instrumentalen Öffnung der Streicher, durch die man plötzlich die Choralmelodie der Oboe d'amore hört. Und dann gibt es einen seltsamen Dialog zwischen den verschiedenen Solostimmen und dem Chor. Es fängt an mit dem Tenor, der das zentrale Thema ausdrückt (in Frageform); auf das der Chor immer mit einer Zeile des Chorals reagiert. Es folgt die traurige Altstimme voller Sorgen, mit dem verzweifelten Höhepunkt: ‘Ach, wär‘ ich doch nur todt!' und dann die Ermutigung durch den Chor, weiterhin auf Gott zu vertrauen. Auch der Bass sieht es in seinem ausgiebigen Rezitativ keine Hoffnung mehr: statt des freudeschenkenden Weins wird ihm den Kelch der Tränen geschenkt; mit wieder einer tröstlichen Antwort vom Chor. Danach gesellt sich der Sopran zu ihnen, denn Gott kümmert sich um das Vieh, die Vögel haben genug zu essen, aber wo soll ich mein Heil finden? Worauf der Chor antwortet: Gott kümmert sich auch um dich! Noch einmal ruft die Altstimme: Ich fühle mich so verlassen, wer steht mir denn in meinem Kummer bei? Aber der Chor behauptet: Gott steht dir bei in aller Not.
Nach diesem zerrissenen Start kehrt sich die Stimmung um. Der Tenor singt: Wenn Gott mich nicht verlässt, dann wage ich es. Mit sofortiger Folge einer langen und heiteren Bass-Arie, mit Streicherbegleitung: Ich vertraue auf Gott! In einem kurzen Rezitativ gesellt sich die Altstimme zu ihnen: Weg mit den Sorgen, nun kann ich wie im Himmel leben!
Zusammen schließen wir die Kantate mit dem Schlußchoral ab. Der wird dieses Mal wirklich etwas Übung brauchen! Er im eher unüblichen Sechsachteltakt komponiert und wechselt sich darüberhinaus mit virtuosen Zwischenspielen des Orchesters ab.